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Archiv für die Kategorie 'Fotopraxis'

KrokusMonate haben wir auf die Sonne gewartet. Jetzt scheint sie strahlend schön vom Himmel herunter, Fotografen hätten allen Grund zu jubeln, doch beim Sichten der ersten Fotos wird schnell klar: Zu viel Sonne tut den Bildern auch nicht gut. Beim Fotografieren der ersten Frühlingsblumen, speziell den gelben und weißen, kommt die Kamera schnell an ihre Grenzen. Die Lichter reißen aus und tiefe Schatten nerven zusätzlich.

Blütenblätter von Krokus, Tulpe, Milchstern und Co haben eine glatte und stark reflektierende Oberflächenstruktur. Im Licht der Sonne beschienen, reißen da gerne mal die Spitzlichter aus. Gleichzeitig werfen erhöhte Teil der Blüte (Staubgefäße, Narbe) dunkle Schatten auf die dahinter und darunter liegenden Blütenblätter.

Mein Tipp: Besorgen Sie sich einen weißen Schirm und spannen Sie ihn über die Blumen, die Sie fotografieren. Der weiße Schirm wirkt wie eine Softbox im Studio. Das Licht wird leicht abgeschwächt und dabei homogenisiert, die tiefen Schatten verschwinden und zuvor reflektierende Bereiche werden nun gleichmäßig ausgeleuchtet. Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Probieren Sie es bei Ihrer nächsten Fototour durch einen blühenden Garten einfach mal aus.

Und danach: Blumenbilder wirken perfekt gerahmt noch mal so schön und zaubern den Frühling direkt an die eigenen vier Wände.

Merlot RosèHaben Sie schon mal versucht, Glas zu fotografieren? Eine Weinflasche, ein Cocktailglas oder auch nur ein simples Küchenglas? Wenn Sie denken, das klappt so einfach wie  übliche Table-Top-Fotografie, dann täuschen Sie sich.

Bei der Glasfotografie kämpft jeder Fotograf gleich mit zwei Problemen:

  1. Mit unerwünschten Reflexen.
  2. Mit der Durchsichtigkeit des Glases.

Das Ziel ist es, das Licht so zu setzen, dass sich die Kontur des Glases scharf vom Hintergrund abhebt. Und das geht so:

  • Wenn Sie das Glas auf hellen Hintergrund fotografieren möchten, positionieren Sie das Glas auf einem weiß-opaken Fototisch. Der Hobbyfotograf behilft sich hier mit einer Hohlkehle aus weißem Fotokarton.
  • Unerwünschte Reflexe verhindert eine nicht zu klein dimensionierte Softbox, die das Glasobjekt schräg von vorne ausleuchtet. Falls vorhanden, hilft ein zweiter Studioblitz von hinten die Fläche weiß auszuleuchten. Ansonsten hilft auch ein großer Reflektor.

Würden Sie jetzt fotografieren, würden Sie außer fiesen Flecken auf dem Glas, nichts sehen. Dem Glas fehlt eine saubere Kontur. Fast scheint es, diffus im Raum zu schweben. Der Trick mit der sauberen Kontur auf dem Glas entsteht durch Reflexion eines schwarzen Kartons. Dazu postionieren Sie ihn senkrecht an eine Seite des Glases. Auf der gegenüber liegenden Seite des Glases stellen Sie einen kleinen schmalen Spiegel auf oder einen zweiten schwarzen Karton.

Die Kunst liegt darin, einen Karton in richtiger Größe zu verwenden (nicht zu klein) und ihn richtig zu postitionieren. Probieren Sie Ihre Einstellung durch, bis Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind.

Gut zu wissen:

Bleikristall funkelt schöner und kontrastreicher als einfaches Küchenglas. Doch für beide Gläser gilt: Nur blank geputzt sind sie wirklich sehenswert. Ziehen Sie dünne weiße Baumwollhandschuhe (aus der Apotheke) an, um Fingerabdrücke beim Aufstellen und Zurechtrücken des Glases zu vermeiden.

Geschliffenes Bleikristall (so wie hier) verhält sich beim Ausleuchten sehr heikel. Mein Beispiel ist lediglich als Studie zu verstehen und kein perfektes Glasbild.

Und nun: Glas auf schwarzen Hintergrund.

Steht ein durchsichtiges, nicht gefülltes Glas in einer schwarzgrundigen Hohlkehle, tauschen wir den schwarzen Konturkartons einfach gegen einen weißen aus.

Etwas einfacher lassen sich gefüllte Weinflaschen (für einen Weinversand) fotografieren. Um sie schön ins Licht zu stellen, darf die Softbox nicht zu klein gewählt sein. Ein schmales Streiflicht betont die Kontur von einer Seite, ein Reflektor von der gegenüber liegenden Seite bringt Tiefe ins Spiel.

Und noch ein Tipp: Seien Sie nicht zu streng mit sich selbst. Auch wenn es vielleicht nicht sofort mit den Setzen der Reflexlichter klappt: Auch nicht ganz so perfekt fotografierter Wein mundet hervorragend und ist der Lohn Ihrer Mühe :-)

Prost.

18. Januar 2010

Sehr gut. Endlich erklärt ein Video, wie das mit dem Aufhellblitz so richtig geht.

BTW: Die Fotoplattform Foto.tv bietet unglaublich viele und gute Tutorials rund um das Thema Fotografieren. Leider/verständlicherweise ist das Ganze nicht kostenlos. Der Monatsbeitrag für Foto.tv lohnt sich für ambitionierte Hobbyfotografen dennoch. Und besser als die bekannten Fotomagazine ist Foto.tv sowieso.

Lohn des Videotrainings. Richtig belichtete und spannende Fotos, für die sich das Rahmen in einem schönen Bilderrahmen auch richtig lohnt.

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