Bilderrahmen - Bilder, Kunst und Accessoires perfekt inszeniert

 

 
20. Oktober 2008


Bevor Kunstmaler ihre Ölfarben mischen, skizzieren sie ihre Ideen mit Bleistift auf Papier. Das war schon immer so. Schließlich sind Ölfarben viel zu kostbar und auch zu aufwändig zu verarbeiten, um mal eben eine kleine Bildidee festzuhalten. Abgesehen davon: Bleistiftstudien gehören zum Kunstmalerhandwerk so wie das Tonleiterüben zur täglichen Praxis aller Musiker gehört.

Während die meisten Skizzen, die ein Maler zeit seines Lebens produziert, in diversen Mappen landen oder ganz einfach verworfen werden, geraten immer wieder bezaubernd schöne Zeichnungen in private Sammlungen. Immerhin sind bzw. waren Bleistiftzeichnungen – im Gegensatz zu Ölgemälden – in Auktionen und Galerien noch bezahlbar. Sofern sie nicht aus der Hand weltberühmter Meistern wie Picasso oder Raffael stammen.

Bleistiftskizzen besitzen einen ganz eigenen Reiz: Die Linienführung ist zumeist sehr zart und das Papier ist, da es sich ja oft um Entwürfe handelt, nicht von allerbester Güte. Entsprechend vergilbt und abgegriffen sind sie. Insbesondere wenn die Bilder lange Zeit ungeschützt dem Licht ausgesetzt waren. Bleistiftzeichnungen zeigen ihr Alter gerne ungeschönt. Aber all das schreckt Kenner und Liebhaber dieses Genres nicht. Ganz im Gegenteil: Vergilbtes Papier, etwas Patina, vom Handrücken verwischte Linien … all das gehört zu einer originalen Bleistiftzeichnung und wer so etwas sein Eigen nennt, gibt sie nicht mehr her.

Bleibt die Frage: Wie rahmt man eine Bleistiftzeichnung?

Wichtig ist zunächst einmal ein Passepartout aus säurefreiem Karton. Hellgrundig sollte es sein. Gebrochenes Weiß oder Creme – damit nichts den Blick von der Zeichnung ablenkt. Ein sehr feine Farblinierung entlang der Schnittkante kann sehr gut aussehen.

Der eigentliche Rahmen muss sich vollkommen in den Dienst der Zeichnung stellen. Darf weder protzen noch dominieren. Denn die Aufmerksamkeit gehört alleine dem Bild, nicht dem Rahmen. Möglich sind schmale Bilderrahmen mit einfachem Profil. Naturholztöne eignen sich durchaus – sofern sie nicht zu dunkel und dadurch zu kontrastreich sind. Natürlich hängt der Stil des Bilderrahmen immer auch vom Stil des Bildes ab. Aus welcher Zeit stammt die Zeichnung? Ziehen Sie diese Überlegung mit in die Auswahl des Bilderrahmens ein. Einen Raffael könnten Sie, sofern Sie ihn besäßen, durchaus prächtig rahmen, eine Picasso dagegen kaum.

Dazu nun ein Beispiel aus eigenem Bestand. Die Zeichnung stammt von 1955 und zeigt einen “Freund des Hauses” . Beide Holz-Bilderrahmen sind aus der Serie Kiel, links Natur, rechts Buche, das Passepartout cremefarbig.

Für welchen Rahmen würden Sie sich entscheiden? Und gäbe es noch eine Alternative? Ich meine ja. Das nächste Beispiel zeigt den netten Herrn gerahmt in Alu – auch dieses moderne Material verträgt die zarte, reichlich vergilbte Bleistiftzeichnung. Denkbar ebenfalls ein Bilderrahmen in einem Champagnerton oder in einem mattiertem Gold.

Noch ein Beispiel zeige ich zum Abschluss. Der prächtige Rahmen eignet sich von Haus aus für prächtige Ölgemälde aus den 1920-er oder noch früheren Jahren. Für eine moderne leichte Zeichnung ist ein derart geprägter Stilrahmen leider fast schon zu viel des Guten. Oder was meint Ihr kritisches Auge zu diesem Versuch?


Ein Kommentar zu “Bilderrahmen für zarte Bleistiftzeichnungen”


  1. Posterrahmen « Bilderrahmen Blog schreibt:

    [...] Kunden bevorzugen damals schon schmale Bilderrahmen, was zu einer handwerklichen Herausforderung wurde. Die doch meist recht großen Poster sollten [...]



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