Dieser Beitrag wurde am 1. Februar 2010 um 02:26 geschrieben und ist abgelegt unter Fotopraxis. Kommentare dazu können über den RSS 2.0 Feed verfolgt werden. Du kannst einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback von Deiner Website.
Haben Sie schon mal versucht, Glas zu fotografieren? Eine Weinflasche, ein Cocktailglas oder auch nur ein simples Küchenglas? Wenn Sie denken, das klappt so einfach wie übliche Table-Top-Fotografie, dann täuschen Sie sich.
Bei der Glasfotografie kämpft jeder Fotograf gleich mit zwei Problemen:
- Mit unerwünschten Reflexen.
- Mit der Durchsichtigkeit des Glases.
Das Ziel ist es, das Licht so zu setzen, dass sich die Kontur des Glases scharf vom Hintergrund abhebt. Und das geht so:
- Wenn Sie das Glas auf hellen Hintergrund fotografieren möchten, positionieren Sie das Glas auf einem weiß-opaken Fototisch. Der Hobbyfotograf behilft sich hier mit einer Hohlkehle aus weißem Fotokarton.
- Unerwünschte Reflexe verhindert eine nicht zu klein dimensionierte Softbox, die das Glasobjekt schräg von vorne ausleuchtet. Falls vorhanden, hilft ein zweiter Studioblitz von hinten die Fläche weiß auszuleuchten. Ansonsten hilft auch ein großer Reflektor.
Würden Sie jetzt fotografieren, würden Sie außer fiesen Flecken auf dem Glas, nichts sehen. Dem Glas fehlt eine saubere Kontur. Fast scheint es, diffus im Raum zu schweben. Der Trick mit der sauberen Kontur auf dem Glas entsteht durch Reflexion eines schwarzen Kartons. Dazu postionieren Sie ihn senkrecht an eine Seite des Glases. Auf der gegenüber liegenden Seite des Glases stellen Sie einen kleinen schmalen Spiegel auf oder einen zweiten schwarzen Karton.
Die Kunst liegt darin, einen Karton in richtiger Größe zu verwenden (nicht zu klein) und ihn richtig zu postitionieren. Probieren Sie Ihre Einstellung durch, bis Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind.
Gut zu wissen:
Bleikristall funkelt schöner und kontrastreicher als einfaches Küchenglas. Doch für beide Gläser gilt: Nur blank geputzt sind sie wirklich sehenswert. Ziehen Sie dünne weiße Baumwollhandschuhe (aus der Apotheke) an, um Fingerabdrücke beim Aufstellen und Zurechtrücken des Glases zu vermeiden.
Geschliffenes Bleikristall (so wie hier) verhält sich beim Ausleuchten sehr heikel. Mein Beispiel ist lediglich als Studie zu verstehen und kein perfektes Glasbild.
Und nun: Glas auf schwarzen Hintergrund.
Steht ein durchsichtiges, nicht gefülltes Glas in einer schwarzgrundigen Hohlkehle, tauschen wir den schwarzen Konturkartons einfach gegen einen weißen aus.
Etwas einfacher lassen sich gefüllte Weinflaschen (für einen Weinversand) fotografieren. Um sie schön ins Licht zu stellen, darf die Softbox nicht zu klein gewählt sein. Ein schmales Streiflicht betont die Kontur von einer Seite, ein Reflektor von der gegenüber liegenden Seite bringt Tiefe ins Spiel.
Und noch ein Tipp: Seien Sie nicht zu streng mit sich selbst. Auch wenn es vielleicht nicht sofort mit den Setzen der Reflexlichter klappt: Auch nicht ganz so perfekt fotografierter Wein mundet hervorragend und ist der Lohn Ihrer Mühe
Prost.
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